Du baust etwas Eigenes auf.
Der eigene Name auf dem Briefkopf, die ersten Kunden, das gute Gefühl, es selbst in der Hand zu haben. Als Selbstständige oder Selbstständiger trägst du aber auch Risiken, die vorher dein Arbeitgeber getragen hat.
- 16 Schritte
- 5 Fristen
- 7 Antworten
Unter diesem Video findest du alles, was du jetzt brauchst.
In der richtigen Reihenfolge und mit allen Fristen.
Der Moment, in dem du springst.
Kündigung abgegeben, Gewerbe angemeldet, Website online. Jetzt geht es los.
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Kein Arbeitgeber zahlt mehr in die Sozialversicherung, kein Gehalt läuft weiter, wenn du krank bist. Mit dem richtigen Fundament kannst du dich trotzdem voll auf dein Geschäft konzentrieren.
- 0 €Lohnfortzahlung
Als Selbstständige oder Selbstständiger zahlt dir niemand Gehalt weiter, wenn du krank bist. Das Krankentagegeld schließt diese Lücke.
- Pflichtfür manche Berufe
Für einige Berufe, etwa Architekten oder Steuerberater, ist eine Berufshaftpflicht vorgeschrieben.
- Steuersparen mit Vorsorge
Beiträge zur Basisrente kannst du als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.
Quelle: EStG § 10
Schritt für Schritt, in der richtigen Reihenfolge.
Etappe 1 von 5Die Wochen vor der Gründung
Beziehst du Arbeitslosengeld I, kannst du unter Umständen einen Gründungszuschuss bekommen. Er muss vor der Aufnahme der Selbstständigkeit beantragt werden, und die Agentur für Arbeit entscheidet nach Ermessen. Für Kredite wie den KfW-Gründerkredit stellst du den Antrag in der Regel über deine Hausbank, bevor du mit dem Vorhaben beginnst.
Wer vorher mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt war, kann sich als Selbstständige oder Selbstständiger freiwillig weiter in der Arbeitslosenversicherung versichern. Der Antrag muss bei der Agentur für Arbeit gestellt werden.
Einzelunternehmen, GbR oder GmbH: Die Rechtsform bestimmt, wie du haftest und wie du Steuern zahlst. Ein eigenes Geschäftskonto hält Privates und Geschäftliches sauber getrennt und erleichtert die Buchführung.
Etappe 2 von 5Anmelden und Ordnung schaffen
Bei einem Gewerbe meldest du dich beim Gewerbeamt deiner Gemeinde an. Freie Berufe wie Beratung oder Kunst melden kein Gewerbe an, sondern gehen direkt zum Finanzamt. Das Gewerbeamt gibt deine Anmeldung automatisch an Finanzamt, Kammer und weitere Stellen weiter.
Das Finanzamt braucht von dir den Fragebogen, den du online über ELSTER ausfüllst. Dort gibst du auch deinen erwarteten Gewinn an. Liegt dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 Euro, kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen.
Die gesetzliche Unfallversicherung ist für Unternehmen gedacht und je nach Branche für Unternehmer Pflicht oder freiwillig. Das Unternehmen musst du beim zuständigen Träger anzeigen.
Manche Selbstständige sind gesetzlich rentenversicherungspflichtig, zum Beispiel viele Handwerker, Lehrkräfte oder Hebammen. Kläre das früh, damit es später keine Nachzahlungen gibt. Die Deutsche Rentenversicherung prüft deinen Status auf Antrag.
Ein Steuerberater kostet Geld und spart oft mehr, als er kostet. Lege von Anfang an fest, wie du Belege sammelst und Rechnungen schreibst. Seit 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können, das Ausstellen wird stufenweise Pflicht.
Etappe 3 von 5Das Fundament für ruhige Nächte
Ein Fehler in der Beratung, ein Wasserschaden beim Kunden: Die private Haftpflicht zahlt hier nicht. Je nach Beruf brauchst du eine Betriebs- oder Berufshaftpflicht.
Für manche Berufe ist sie sogar vorgeschrieben. Schließe sie ab, bevor du den ersten Auftrag annimmst.
Mehr zur FirmenabsicherungDu kannst zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Wichtig ist das Krankentagegeld: Bist du länger krank, ersetzt es dein Einkommen. Gesetzlich versicherte Selbstständige haben ohne Wahltarif in der Regel keinen Anspruch auf Krankengeld.
Zum PKV-RechnerKannst du dauerhaft nicht mehr arbeiten, steht dein Unternehmen still. Viele Selbstständige haben keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dein Einkommen.
Mehr zur BerufsunfähigkeitInhaltsversicherung, Cyberschutz, Firmen-Rechtsschutz: Wir prüfen, was dein Betrieb wirklich braucht, und lassen weg, was er nicht braucht.
Mehr zur Firmenabsicherung
Etappe 4 von 5Der Rhythmus der Termine
Wenn du nicht Kleinunternehmer bist, meldest du die Umsatzsteuer regelmäßig an, je nach Höhe monatlich oder vierteljährlich. Die Abgabe ist bis zum 10. des Folgemonats beziehungsweise Folgequartals fällig. Eine Dauerfristverlängerung kann sie um einen Monat verschieben.
Das Finanzamt setzt Vorauszahlungen fest, die du vierteljährlich zahlst, zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Lege deshalb von jeder Einnahme einen Teil für Steuern und Sozialabgaben zur Seite.
Plane eine Reserve für mehrere Monate Fixkosten ein. Sie gibt dir Ruhe, wenn Aufträge einmal später kommen oder Kunden verspätet zahlen.
Etappe 5 von 5Deine Rente liegt in deiner Hand
Ohne gesetzliche Rentenpflicht baust du deine Vorsorge selbst auf. Für Selbstständige gibt es steuerlich interessante Wege, etwa die Basisrente. Wir zeigen dir, welcher Weg zu deinem schwankenden Einkommen passt.
Zum Vermögensaufbau-Rechner
Je voller der Ring, desto wichtiger.
- BetriebshaftpflichtUnverzichtbar
Schützt dich, wenn bei der Arbeit etwas schiefgeht und ein Kunde Schadenersatz fordert.
- BerufsunfähigkeitSehr wichtig
Ohne deine Arbeitskraft steht dein Unternehmen still.
- VermögensaufbauSehr wichtig
Ohne Rentenpflicht liegt deine Rente in deiner Hand.
- KrankentagegeldSehr wichtig
Ersetzt dein Einkommen, wenn du länger krank bist.
- FirmenschutzSinnvoll
Inhalt, Technik, Daten: je nach Betrieb sinnvoll.
Das fragen sich viele.
Deine Frage ist nicht dabei? Ruf uns an oder schreib uns, wir antworten persönlich.
Die Antworten stützen sich auf die jeweils genannte Quelle, Stand der Prüfung: Oktober 2026. Im Einzelfall gelten die Bedingungen deines Vertrags.
Welche Versicherungen sind für Selbstständige Pflicht?
Die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung sind für alle Pflicht. Für bestimmte Berufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten oder Steuerberater ist außerdem eine Berufshaftpflicht vorgeschrieben. Ob du in die gesetzliche Unfallversicherung musst, hängt von deiner Branche ab. Alles andere ist freiwillig, aber oft sehr sinnvoll.
Quelle: Versicherungspflicht in der Krankenversicherung, Berufsrecht der Kammern
Gesetzlich oder privat krankenversichert als Selbstständiger?
Beides ist möglich. Die gesetzliche Kasse ist stabil kalkulierbar, orientiert sich aber an deinem Einkommen und bietet ohne Wahltarif kein Krankengeld. Die private Versicherung gibt dir flexible Leistungen und ein Krankentagegeld nach Wahl, der Beitrag richtet sich nach Alter und Gesundheit. Weil der Wechsel später schwierig sein kann, lohnt sich vorher eine ehrliche Beratung.
Quelle: SGB V § 44, VVG
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 Euro bleibt, musst du keine Umsatzsteuer ausweisen. Dafür kannst du auch keine Vorsteuer abziehen. Ob sie sich für dich lohnt, hängt von deinen Kunden ab.
Quelle: UStG § 19
Brauche ich eine Betriebshaftpflicht, wenn ich allein arbeite?
Ja, sobald du mit Kunden zu tun hast. Die private Haftpflicht zahlt nicht für Schäden, die bei deiner beruflichen Tätigkeit entstehen. Ein vergessenes Detail im Auftrag oder ein Missgeschick beim Kunden kann sonst dein Unternehmen gefährden.
Quelle: Versicherungsbedingungen der Privathaftpflicht
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Bin ich als Selbstständiger rentenversicherungspflichtig?
Nur in bestimmten Berufen, etwa als Handwerker in der Handwerksrolle, als Lehrer, Hebamme oder Pflegeperson. Alle anderen Selbstständigen sind frei. Wie ein Antrag auf Statusfeststellung funktioniert, erklärt dir die Deutsche Rentenversicherung. Wer nicht pflichtversichert ist, sollte selbst vorsorgen.
Quelle: SGB VI § 2
Wann muss ich meine Gründung anmelden?
Das Gewerbe meldest du mit Beginn der Tätigkeit beim Gewerbeamt an. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung reichst du innerhalb eines Monats beim Finanzamt ein, die Berufsgenossenschaft musst du binnen einer Woche informieren. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung beantragst du innerhalb von drei Monaten.
Quelle: GewO § 14, AO § 138, SGB VII § 192, SGB III § 28a
Wie viel sollte ich für Steuern zurücklegen?
Das hängt von deinem Gewinn und deinem Steuersatz ab. Viele Gründer legen einen festen Prozentsatz jeder Einnahme beiseite. Wie hoch dieser Prozentsatz bei dir sein sollte, nennt dir ein Steuerberater. Wichtig: Zusätzlich zur Einkommensteuer solltest du Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenvorsorge einplanen.
Quelle: Einschätzung von saarfinanz
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Erzähl uns von deinem Moment. Wir schauen, was du schon hast, sagen dir ehrlich, was fehlt, vergleichen die Anbieter und kümmern uns um Anträge und Kündigungen. Du unterschreibst.
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Allgemeine Orientierung, keine individuelle Beratung. Welcher Schutz für dich sinnvoll ist, hängt von deiner genauen Situation, deinen bestehenden Verträgen und dem jeweiligen Tarif ab. Angaben zu Gesetzen und Zahlen: Stand Oktober 2026.